The Bad Argument Hippie

Veröffentlicht: Januar 5, 2012 von sieleben in Einführung, Allgemeines und Ankündigungen
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Internet“memes“ sind ein Phänomen der letzten Jahre. Ein Erklärungsversuch ist relativ schwierig, da es etwa dem Erklären eines Witzes gleich kommt. Es ist ein komplexes Phänomen, welches durch eine neue Internetkultur geprägt wurde. In unzähligen humoristischen Blogs, Newspages und Foren entwickelt sich eine ganz eigene Form des Humors. Ein Humor, der über alle Grenzen und Kulturen hinweg zu funktionieren scheint.

In diesen Weiten, oder besser gesagt „Tiefen“, des Internets wetteifern Menschen aus aller Welt darum den originellsten Witz, das abgedrehteste Foto oder das unglaublichste Video zu produzieren. Dabei fällt natürlich viel Müll an; sehr viel Müll. Politische Korrektheit ist hier nicht existent und nicht selten übertritt die Internetgemeinschaft die Schwelle des guten Geschmacks. Dank der Anonymität des Internets muss man sich im Prinzip für seine eigenen Unzulänglichkeiten, Vorurteilen und Gedanken nicht schämen und mal das von der Seele schreiben, was einem wirklich auf den Geist geht.
So entstehen Tausende Bilder, die kurz und prägnant den Witz einer Situation, die Fragwürdigkeit einer Sache oder den Widerspruch einer ganzen Zivilisation mit einem stereotypischen Bild und einem Zweizeiler darstellen.

Dies ist die Geburtsstunde eines „Memes“. Ein Meme ist eine Gedankeneinheit; also ein gedankliches Konzept, welches von verschiedenen Menschen geteilt wird und dem die immer gleichen Charakteristiken zugesprochen werden. Es kann sich hier im Prinzip um jedes Konzept handeln, welches mindestens zwei Personen bekannt ist.
Das „Annoying Facebookgirl“ zum Beispiel steht für all die nervigen Facebookfreunde, die fast stündlich ihren Status aktualisieren und jeden darüber auf dem Laufenden halten, was sie gerade gegessen haben.
„Friend Zone Fiona“ ist das Mädchen, auf das Du schon seit Jahren scharf bist, die Dich allerdings nie als potentiellen Partner sieht, sondern nur als guten Freund auf dessen Schultern man sich ausheulen kann, wenn sie mal wieder von einem Kerl verarscht wurde.
Oder der „Foul Bachelor Frog“ ist der typische Junggeselle, der es mit der Hygiene nicht so ernst nimmt und einfach in den Tag hinein lebt.

Wurde so ein Meme in den Weiten, entschuldigung den „Tiefen“, des Internets geboren, beginnt ein basisdemokratischer Prozess. Auf so genannten „Votingsites“ können die Benutzer Punkte auf die erstellten Memes verteilen und so entscheiden, wie kreativ, witzig und sinnvoll eine solches Meme denn gewesen ist. Durch Zehntausender Stimmen schafft es dann ein Meme unter Umständen auf die Hauptseite und wird dann dort von Millionen Menschen täglich gesehen. Diesem harten Selektierungsprozess fallen natürlich viele Eigenkreationen zum Opfer, was allerdings die Besonderheit dieses Internetkults ausmacht; übrig bleibt, was wahr, humorvoll, treffend und erleuchtend ist. So kann man argumentieren, dass ein Meme ein Schmelztiegel verschiedenster Kulturen, Anschauungen und Interessen ist, welches sich durch seine eigene Sinnigkeit herauskristallisiert hat. Ein Meme ist dadurch ein Teil eines gemeinschaftlichen Bewusstseins.

Das Besondere an so einem Meme ist also letztlich sein Wahrheitsgehalt. Es ist die Erkenntnis, dass man ein Konzept mit Menschen aus aller Welt teilt, völlig gleichgültig ob man sich in so einem Meme selbst wieder findet, von dessen Existenz angeekelt ist oder es schlichtweg lustig findet.

So scheint es, als gäbe es nicht nur in unseren Breitengraden den typischen „Linken“. Eben jenen, der völlig wage und beliebig definiert, was Freiheit und Gerechtigkeit ist. Der Toleranz auf seine Fahnen schreibt, aber völlig intolerant gegenüber konträren Meinung ist. Der Homoehe und „Patchwork“-Familien propagiert, aber gleichzeitig traditionelle Familien als Frauenversklavung und Grundstein der kapitalistischen Ausbeutung diffamiert. Eben jener westliche Linke, der Wasser predigt, aber Wein trinkt. Da ich dieses Meme wirklich 100% treffend und absolut bezeichnent fand, der „Bad Argument Hippie“ in voller Länge.

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