Nachgetragen: Offener Brief an Matthias Nass

Veröffentlicht: August 31, 2011 von sieleben in Bilderberger
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Vor ein paar Tagen erhielt ich eine E-Mail von Sebastian Nobile, mit der Bitte einen Brief zu veröffentlichen, der die Verstrickungen von deutschen Journalisten und Bilderbergern zum Inhalt hat. Besonders der ehem. Chefredakteur und derzeitige internationale Korrespondent der ZEIT, Matthias Nass wird unter die Lupe genommen.
Wie die fleißige Sie-Leben Leser sicherlich weiß, haben wir und über eben jenen Journalisten kurz nach dem diesjährigen Bilderbergertreffen gewundert und versucht von ihm oder Verantwortlichen der ZEIT eine Stellungnahme zu bekommen; leider bis dato ohne jeglichen Erfolg. Da wir der Meinung sind, dass man dieses Thema nicht so einfach auf sich beruhen lassen sollte und es wirklich an der Zeit ist einen offenen Diskurs über Bilderberg zu führen, hier der Brief + Blogeintrag von Sebastian Nobile.

Es gibt Dinge im Leben, die scheinen einfach nicht zusammen zu passen. Zum Beispiel eine Zeitung und die Geheimhaltung von Informationen. Doch gegensätzlich wie die Welt ist, ist gut und böse oft nah beieinander.

 In unserer gegenwärtigen Medienwelt werden wir mit Informationen bombardiert. Hunderte verschiedenster Magazine in den Zeitschriftenläden, noch mal so viele TV-Formate, die uns alle mit mehr oder weniger unnützem Zeug zudröhnen. Ein SPIEGEL etwa erscheint jede Woche mit so viel Gedrucktem, dass viele Menschen ihn wahrscheinlich in dieser einen Woche Zwischenraum bis zur nächsten Ausgabe gar nicht zu Ende lesen. Die Vielfalt in der Medienwelt suggeriert auch eine Freiheit dieser Medien. Und tatsächlich haben die Redaktionen dieses Landes mehr oder weniger die Möglichkeit, zu drucken, was sie möchten. Doch die Einflüsse seitens ihrer Besitzer auf, vor allem, die großen Medienvertreter, ist enorm. Und nur wenige Agenturen bestimmen die Hauptlinie, die die Nachrichten darstellen, die wir vorgesetzt bekommen.

 Ganz arg wird es, wenn Journalisten sich nicht nur unter Druck setzen, bezahlen lassen oder aus Unwissenheit im Sinne der Reichen und Mächtigen Informationen verdrehen, sondern wenn diese Journalisten ganz bewusst selbst in den geheimen Treffen der Mächtigen verkehren und dann nicht über diese Treffen berichten, wie es etwa das Bilderberg-Treffen ist. Das Treffen findet alljährlich seit 57 Jahren statt und die Medienwelt bewahrt seit dieser Zeit Stillschweigen. 57 Jahre hat man nicht ernsthaft über die Treffen berichtet, sondern grundsätzlich nur diejenigen in Misskredit gebracht, die diese geheimen Treffen in Frage stellen. So als sei es normal, wenn sich die Obamas, Merkels, Ackermanns, Rockefellers und Westerwelles geheim treffen und Geheimes besprechen. So als sei es legitim, wenn angeblich demokratisch gewählte Führer etwas vor ihrem Volk zu verbergen haben. Das ist es nicht. Und es ist mit einer echten Demokratie unvereinbar.

 13 Mal hat nun ein Matthias Naß an den Bilderberg-Treffen teilgenommen. Lange Zeit war er stellvertretender Chefredakteur der Wochenzeitschrift „DIE ZEIT“ und ist heute ihr internationaler Korrespondent. Er ist im Steuerungskomitee dieses elitären Clubs und er hat sich bis heute vorbildlich an die Vorgaben des inneren Zirkels der Bilderberger gehalten, nämlich nichts nach außen dringen zu lassen, was dort besprochen wird.

 Das ist natürlich das absolute Gegenteil dessen, was ein Journalist tun sollte und tun darf. Sein Auftrag gegenüber seinen Mitmenschen ist es, sie aufzuklären, ihnen Neuigkeiten verfügbar zu machen, die Mächtigen zu kontrollieren, die Wahrheit aufzudecken und für einen Erhalt der Freiheit von Informationen einzustehen. Doch leider gibt es einige Journalisten der Marke Matthias Naß. Ich selber hoffe auf das Gegenteil: Auf diesen tugendhaften Journalisten, den man uns in der Schule vermittelt hat: Ein Mensch, der die große Chance sieht, mit seiner Vermittlung von Wissen an uns die Welt zum Guten zu verändern und nicht nur, seinen Lebensunterhalt zu sichern und sein Ansehen zu steigern.

 Ich habe also am 06.08.2011 einen offenen Brief an Herrn Matthias Naß geschrieben, der für mich ein Sinnbild ist für unsere verlogene, heuchlerische Medienwelt, die zum größten Teil gekonnt um die Themen herumschifft, die unsere Elite nicht besprochen haben will. Die Tatsache, dass in einer Welt des Kapitals die Reichen bestimmen, welche Informationen unser Denken leiten, erschafft eben so eine Medienwelt und so ist die Wahrheit, die das öffentliche Bewusstsein bestimmt, eben die Wahrheit dieser Reichen und Mächtigen. Ihre Motive, Ihre Gelüste, Ihr Profit, Ihre Macht. Ein Herr Naß sitzt auf diesen Treffen im Zentrum dieser Macht. An der Schnittstelle der Mächtigen zu ihren Vasallen. Und er schuldet uns als einem sich als frei dünkenden Volk einige Antworten, denn alles andere wäre Verrat an allen, die abhängig sind von den Informationen, die solcher Art involvierte Journalisten herausgeben.

 Ich hoffe, dass dieser Brief oft verlinkt wird, dass viele ihn lesen und dass sie selbst bei den Personen, die an geheimen Treffen teilnehmen, nachfragen, was es mit ihrer Anwesenheit dort auf sich hat. Wir alle haben ein Recht darauf zu wissen, was unsere angeblich demokratischen Führer für uns planen.

Im Folgenden der Text des Briefes:

Sehr geehrter Herr Naß,

In Ihrer leitenden Position eines internationalen Korrespondenten der Wochenzeitschrift „DIE ZEIT“ und als Ihr ehemaliger stellvertretender Chefredakteur gehe ich davon aus, dass Sie sich journalistischen Tugenden verpflichtet fühlen. So wie die Kontrolle der Mächtigen, die Freiheit der Information, Transparenz, Bürgerrechte, Demokratie.

Das stimmt doch, oder?

Dann frage ich mich, und viele andere Bürger dieses Landes würden sicher auch gerne wissen, wieso Sie an den geheimen Bilderberg-Treffen teilnehmen, die der Öffentlichkeit von den allgemeinen Medien vorenthalten werden?
Sie haben sogar bereits 13 Mal an diesen Treffen teilgenommen, auf denen Gäste wie David Rockefeller, Angela Merkel, Helmut Kohl, Barack Obama, Guido Westerwelle, Josef Ackermann und so ziemlich alles, was Rang und Namen hat in der Welt, aufkreuzt und über unser Schicksal redet.

 Es wird dann schon mal ein Artikelchen gebracht in Ihrem Blatt, in dem man dann diejenigen, die Fragen nach diesen Treffen stellen, lächerlich macht und als Spinner abtut. Doch so einfach ist das nicht, Herr Naß.
Wie erklären Sie, dass die großen Medien übereinstimmend nicht über die Treffen informieren und das seit 1954, als das erste Treffen stattfand? Wie erklären SIE dem deutschen Volk, wieso Sie nicht ein Sterbenswörtchen über diese Treffen verlieren?
Ist das korrektes journalistisches Verhalten oder ist das eher ein konspiratives Verhalten?

13 Mal haben Sie uns um die Wahrheit betrogen und uns die Inhalte dieser Treffen vorenthalten. Auch dieses Jahr wieder im Juni in St. Moritz waren Sie dabei.
Denken Sie nicht, Sie sind Ihren Lesern und den Bürgern dieses Landes eine Erklärung schuldig? Sie tragen eine hohe Verantwortung. Sie bilden die Gedanken der Menschen in diesem Land mit.
Wie aber können die Menschen den Absichten einer Zeitung trauen, die ihnen einige der wertvollsten politischen Informationen vollkommen vorenthält?

Ich betrachte dieses Verhalten als ein Verbrechen an der Wahrheit. Und Sie sollten eigentlich jemand sein, der dem Volk die Wahrheit über das nahebringt, was die Mächtigen mit ihm vorhaben. Doch Sie gehen auf diese Treffen und Sie halten sich an die Vorgaben, die Ihnen die elitären Zirkel machen. Sie sagen: NICHTS.

Ich wünschte, Sie würden mir antworten auf meine Aussagen hier.
Aus diesem Grund wird mein (Video-) Brief hier an Sie auch öffentlich gemacht. Die Menschen haben ein Recht auf diese Antworten.

Mit freundlichen Grüßen,
Sebastian Nobile

Quelle

Kommentare
  1. Sebastian Nobile sagt:

    update: Nach über einem Monat von 300 Journalisten KEINE Antwort, dafür viele von engagierten bloggern. Natürlich auch keine Antwort von Herrn Naß. Heute schicke ich ihm das Ganze noch mal als Brief per Post und als mail. Ich nerve den, bis er antwortet.

  2. Sebastian Nobile sagt:

    Mittlerweile ist eine Antwort von Herrn Naß eingegangen; Sie kann in diesem Video gelesen werden:

  3. Unerträgliche Lobhudelei über Henry Kissinger

    Es wäre besser gewesen, in der Ausgabe vom 17. Dezember 2014 in „DIE ZEIT“ auf der Seite 47 die linken drei Spalten weiß zu lassen, statt einige Cent für Druckerschwärze und ein paar hundert Euro als Honorar für die Zeilen von Matthias Nass mit dessen Lobhudelei über Henry Kissinger zu zahlen. Als „virtuoser Diplomat“ und „gelehrter Historiker“ wird der frühere amerikanische Sicherheitsberater und Außenminister bezeichnet. Statt als „korruptester Politiker Nordamerikas“, was der Wirklichkeit am ehesten entspricht.

    Der Herr Matthias Nass sollte das Buch „Augenzeuge des Völkermords“ von Roy Gutman lesen. Der Autor wurde 1993 dafür immerhin mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet, nachdem er die finanziellen Verflechtungen vom serbischen Präsidenten Slobodan Milošević und der „Henry Kissinger Associates“ aufgedeckt hatte. Natürlich fiel ein Teil der Bestechungsgelder dem amerikanischen Präsidenten Bush sen. zu, der sich sehr wohlwollend revanchierte und erst mit mehr als einem Jahr Verspätung in den Krieg in Bosnien-Herzegowina eingriff.

    Auf Seite 28 des Buches beschreibt Gutman, wie das System funktionierte: Milošević arbeitete sich in der serbischen Staatsbank Beobanka nach oben und war in New York sowie in Belgrad tätig. Er freundete sich Ende der siebziger Jahre mit dem US-Botschafter in Serbien, Lawrence Eagleburger, an. Nachdem Eagleburger in den Ruhestand getreten war, gingen serbische staatliche Aufträge an die Consulting-Firma, in die Eagleburger eingetreten war: Henry Kissinger Associates.

    Ich bin überzeugt, dass Slobodan Milošević in Den Haag vom CIA ermordet wurde. Denn seine Aussagen über den korrupten Kissinger und den korrupten Bush sen. sowie Bush jun. mussten im Internationalen Strafgerichtshof aus Staatsräson unbedingt verhindert werden.

    Reinhard Kaufmann
    Kriegsberichterstatter der „Neuen Kronen Zeitung“
    von 1982 bis 1999 in Ex-Jugoslawien und Albanien

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