Geplante Obsoleszens – der Motor der Wirtschaft, oder: Wie verkaufe ich Scheisse als Gold?!

Veröffentlicht: August 16, 2011 von sieleben in Globalisierung
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Gastbeitrag vom SL-Aktivisten Manu.

Man sollte doch meinen, dass es im Sinne des Erfinders läge, ein Produkt so gut und haltbar wie möglich herzustellen; eben für Qualität zu sorgen. Dieser Gedanke wäre moralisch auch sehr gut vertretbar, ist aber leider völlig unwirtschaftlich.

Man stelle sich nur mal vor wie der Arbeitsmarkt aussehen würde, wenn wir uns nur alle 20 Jahre ein Auto kaufen würden, oder gar nur eins in unserem Leben. Die Automobilindustrie ist eine der größten unserer Erde und deshalb wären ja fast alle arbeitslos und müssten verhungern. Könnten wir uns, selbst wenn wir Arbeit hätten überhaupt ein Auto leisten, wenn es diese billige Massenprodunktion nicht geben würde?
Um sich diese Frage gar nicht erst stellen zu müssen gibt es ein simples aber sehr effektives Konzept. Geplante Obsoleszens (Veralterung).

Produkte, vor allem in Massenproduktion gefertige Güter, werden absichtlich mit Schwachstellen versehen, um die Lebensdauer zu reduzieren, wie etwa Sollbruchstellen. Verpackungsmaterialen werden so konzipiert, dass verschwenderisch mit dem Produkt umgegangen wird, z.B. zu große Öffnungen an Waschmitteln/Badezusätzen, oder man sie nie vollständig entleeren kann, es sei denn man schneidet sie komplett auf (Bsp. Sojamilch bei Aldi-Süd)
Das alles natürlich mit dem EINEN Ziel: Mehr KONSUMIEREN!

Unsere allseits beliebte Glühbirne beispielsweise, die kurz vor ihrer vollständigen Ausmusterung steht, wurde durch das „Phoebus Kartell“ im Jahre 1924 auf eine maximale Lebensdauer von 1000 Stunden bestimmt, obwohl sie wesentlich länger halten könnte. So wurden alle großen Glühbirnenhersteller der Welt dazu gezwungen, die Lebensdauer auf 1000 Stunden zu reduzieren. Das ganze wurde natürlich streng kontrolliert. Sollte eine Glühbirne beispielsweise 1500 Stunden brennen, drohten dem Hersteller große Strafen.
Der Beweis, dass Glühbirnen durchaus in der Lage sein können über Jahrzehnte zu brennen seht ihr in folgendem Link:


http://www.centennialbulb.org/cam.htm

Die Birne in einer Feuerwehrwache in Livermore (Kalifornien). Sie brennt seit 1901, also 110 Jahre und sie ist auch nicht die einzige. Es gibt viele Birnen, die seit Jahrzehnten funktionieren. Wahrscheinlich einfach „Ausschussproduktion“ die niemand bemerkt hat.

Jetzt soll die Produktion nach und nach komplett eingestellt und die Glühbirne wegen ihres hohen CO² Ausstoßes und ihrem geringen Wirkungsgrad vom Markt genommen und sogar verboten werden.
Dafür soll dann in Zukunft die Energiesparlampe, die mit ihrem Quecksilbergehalt und der aufwendigen Produktion (von der Entsorgung ganz zu schweigen) nicht wirklich „gesünder“ ist, herhalten. Macht ja auch völlig Sinn…

Ganz kurze Randnotiz: Das uns allen bekannte Quecksilberthermometer ist seit April 2009 in der EU verboten, weil Quecksilber nun mal giftig und umweltschädlich ist. Zwar erst wenn sich die Quecksilberdämpfe durch Bruch o.ä. freisetzen können, aber das kann mit Energiesparlampen ja genauso passieren. Übrigens liegt der Schmelzpunkt von Quecksilber bei -38,83°C und bei Raumtemperatur fängt es bereits an zu verdampfen. Und so eine Lampe wird deutlich wärmer als Raumtemperatur.

Etwas in der Art wird bspw. bei Druckern insbesondere bei der Marke Epson gemacht. Die Drucker werden mit einem Chip (Eeprom) versehen, der sie nach einer bestimmten Anzahl von Druckvorgängen „unbrauchbar“ macht, indem er eine Fehlermeldung oder einen Wartungsbefehl rausgibt und die Drucker sperrt.
Vitaliy Kiselev – ein russischer Programmierer hat sich die Mühe gemacht ein Programm zu entwickeln, welches den Zähler in diesem Eeprom mittels PC wieder auf Null setzt und anschließend wieder fleißig weitergedruckt werden kann.
Im Computergeschäft wird die Existenz eines solchen Chips selbstverständlich geleugnet. Man will natürlich, dass neue Drucker angeschafft werden, und bietet Reparaturen deshalb oft 3x so teuer an wie ein neues Gerät.
Auf folgendem Link kann das Programm von Herrn Kiselev heruntergeladen werden. http://ssclg.com/epsone.shtml

Einen ähnlichen Fall hatte ich vor ein paar Jahren mit meinem Handy. Ich hatte es neu mit Vertrag bekommen. Ein paar Tage nachdem dieser nach 2 Jahren ablief, verabschiedete sich auch mein Handy. Es war nichts mehr dran zu machen, von Jetzt auf Gleich hat es sich aufgehängt und keinen Mucks mehr gemacht, und in den 2 Jahren zuvor hatte ich nicht das kleinste Problem mit dem Teil. Das kann jetzt Zufall gewesen sein, einfach dumm gelaufen oder geplant. Ich kaufte mir nämlich ein neues.
Dass das mit Planung nichts zu tun haben kann, weil es mit Sicherheit nur eine Ausnahme und ein dummer Zufall war, fällt mir schwer vorzustellen. Die Macher solcher Technik wären ja dumm, wenn sie jedes Handy nach 2 Jahren abstürzen lassen, weil es sofort allen auffallen würde. Wenn man aber z.B. nur 20% der Handys manipuliert, bleibt für sie noch die Behauptung des Zufalls und 20% sind mehr als 0.

Seit ich denken kann, ist im Bezug auf Insektenstiche immer gesagt worden: „Du musst den Stich kühlen!“ „Benutz Systralgel!“ „bla bla bla“
Als ich letztes Jahr im Urlaub war und da doch ziemlich zerstochen wurde und diese Kühlgels und Salben (bei mir) noch nie etwas geholfen haben, habe ich mir einfach mal durchgelesen, was bei einem Stich überhaupt passiert und was am wirksamsten dagegen hilft.
http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCckenstich

Unter dem Punkt „Körperreaktion und Behandlung“ findet man dann einen interessanten Hinweis. Man soll den Stich nicht kühlen sondern erhitzen?! Das hab ich dann direkt mit einer frischen Tasse Kaffee ausprobiert und tatsächlich, der Juckreiz war weg und die Schwellung ein paar Stunden später auch. Was heisst das jetzt?! Man bekommt diese doch sehr nützliche Information vorenthalten, weil sich doch kein Mensch mehr die nicht wirkenden Gels in den Apotheken kaufen würde, sondern stattdessen einen Tee kochen etc. und die heiße Tasse für ein paar Sekunden an den Stich halten würde.
Es gibt auch so genannte „Stichheiler“ zu kaufen, die innerhalb weniger Sekunden das Gleiche bewirken, geht aber wie gesagt auch günstiger. Ich weiß nicht wie hoch der Verlust für die Pharmaindustrie wäre, aber es wäre definitiv ein Verlust.

An diesen relativ einleuchtenden Beispielen sieht man sehr deutlich, dass unser wirtschaftliches System auf Verschwendung aufgebaut ist und nicht auf Langlebigkeit. Wie kann es sein, dass Produkte absichtlich mit Schwachstellen versehen werden, damit sie eine sehr begrenzte Lebenszeit haben? Müsste dem Verbraucher nicht mitgeteilt werden, dass sie ein Produkt erwerben, welches einen vorkalkulierten Schaden beinhaltet?!
Als Konsument muss man also darauf achten ein Produkt zu kaufen, welches möglicherweise in der Anschaffung etwas teurer ist, aber einen solchen Fehler nicht beinhaltet, damit man nicht unnötig viel Müll produziert.

Der Streitpunkt ist einfach, (abgesehen davon dass die große Masse aus diesem System sowieso nicht mehr rauskommt) ist es besser mehrmals schlechte Ware zu kaufen als einmal Gute, weil man so die Wirtschaft und dadurch die Arbeit sichert?
Und/oder ist es moralisch vertretbar, dass durch diesen unnötigen Massenkonsum dritte Welt
Länder mit UNSEREM Müll zu gebombt werden?

Halb Ghana ist für Europa nicht mehr als eine Elektromülldeponie . Die Leute da unten ersticken in unserem Müll! Streng nach dem Motto: Poisoning the poor!

Europa nennt diese Müllberge „Gebrauchtwaren“ um sie nach Ghana verschiffen lassen zu dürfen. In Wahrheit sind es aber über 80% MÜLL, mit dem die Menschen, die ihn weder produziert noch genutzt haben, leben müssen. Niemand hat sie gefragt, ob sie das so haben wollen.

Aber Hauptsache wir drehen nach jedem Sieg für Deutschland am Zeiger…

Damit will ich nicht sagen, werdet alle Messis und hortet euren Müll zu Hause, sondern achtet einfach drauf. Überlegt 3 mal ob ihr wirklich immer das neuste vom neusten braucht und ob das alte seinen Dienst nicht doch noch tut.

Arte-Reportage zum Thema:

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