Fazit zum Bilderberger Treffen 2011

Veröffentlicht: Juni 14, 2011 von sieleben in Bilderberger
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 Das diesjährige Bilderberger Treffen war eine Veranstaltung der Premieren. Zum ersten Mal gab es ein alternatives Pressezentrum, das die journalistische Arbeit vor Ort organisiert hat. Zum ersten Mal gab es Gegenveranstaltungen, bei denen Politiker aus dem Gastland offen über die Konferenz gesprochen haben. Zum ersten Mal konnten Gegendemonstrationen in Sichtweite des Hotels abgehalten werden konnten, an denen wir beteiligt waren. Zum ersten Mal war auch die Polizeipräsenz deutlich geringer, als in den vorangegangenen Jahren in Griechenland und Spanien. Und zum ersten Mal war das Medienecho auf diese Veranstaltung so groß, wie nie zuvor.

Eines unserer Banner am Hang - Dank an ASR

Veranstaltungsort
Wie jedes Jahr nistete man sich auch diesmal in einem relativ abgelegenen 5-Sterne Hotel ein, in dem natürlich kein Luxus fehlen darf. Man hat ja schließlich die Weltelite zu Gast. Das Hotel wurde von der privaten Sicherheitsfirma  „Securitas“abgeschottet und von der Schweizer Polizei beschützt. Die Polizisten vor Ort waren überraschend freundlich und es kam immer wieder zu Gesprächen und Diskussionen rund um die Sicherheitszone. Dabei hatte man stets den Eindruck, als wüssten die eingesetzten Polizisten überhaupt nicht, wen sie da vor der Öffentlichkeit „beschützten“; oder sie haben sich schlichtweg dumm gestellt. Auch die Frage, wieso die Schweizer Polizei Sicherheitsdienst für eine „private Veranstaltung“ spielt und dabei die Steuergelder der Schweizer verbrennt, konnte oder wollte nicht beantwortet werden. Dennoch konnten Aktivisten ihnen häufig Informationsmaterialien zukommen lassen, die auch angenommen wurden. Zwar waren die Polizisten bestimmt, aber nicht unhöflich oder gar unfair.
Mit einem Lob halte ich mich allerdings zurück, angesichts der Tatsache, dass im Hotel der mutmaßliche Verbrecher Henry Kissinger zugegen war, gegen den ein internationaler Haftbefehl ausgeschrieben ist und sich die Polizei natürlich einen Dreck darum scherte. Vor Ort unterhielt ich mich mit ein paar Schweden, die die Ankunft eines schwedischen Politikers erwarteten. Nach schwedischem Gesetz dürfen sich Politiker nicht mit Vertretern der Wirtschaft hinter verschlossener Türe treffen; diese Gesetze gibt es übrigens auch in anderen Ländern, eben im genau solche Vorgänge wie bei der Bilderberger Konferenz zu unterbinden. Das schien allerdings weder die Polizei noch die Teilnehmer wirklich zu interessieren. Wer Geld hat, steht offensichtlich über dem Gesetz….

Der Tagesablauf
Jeden Morgen begaben sich ein Teil der Demonstranten zum alternativen Pressezentrum von ASR, um sich die neusten Informationen abzuholen und den Tagesablauf zu besprechen. Danach begaben wir uns zum Hotel, um dort zu fotografieren und demonstrieren. Es wurden rund um das Hotel Posten mit Kameras aufgestellt, die jeden Winkel des Komplexes im Auge hatten, da einige Teilnehmer, wie die Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard auch per Hubschrauber anreisten oder Schleichwege nutzen wollten, um unbemerkt ins Hotel zu gelangen.

Hotel von oben

Auf das Hotel hatte man von unterschiedlichen Seiten einen relativ guten Blick, so dass Einige der Konferenzteilnehmer fotografiert werden konnten. Zwar wollten Sicherheitskräfte das Fotografieren unterbinden, was ihnen allerdings nur sehr lückenhaft gelang. Die große Mehrheit der Teilnehmer kam allerdings per Panzerlimousine im Hotel an. Minütlich schossen die Bonzenkarren mit getönten Scheiben die Auffahrt zum Hotel entlang und brachten die Weltverschwörer zu ihrem Treffen. Dabei hielten sie sich häufig die Hände oder Akten vor das Gesicht, um ein gutes Foto zu erschweren. Man fragt sich, was diese Leute zu verbergen haben, wenn es sich doch nur um ein „Kaffekranz“ handelt, bei dem nichts Wichtiges besprochen wird…..

An Freitag- und Samstag Abend gab es Gegenveranstaltungen in einem Hotel unweit des Suvretta-House. Am Freitag waren die Schweizer Nationalräte Lukas Reimann und Dr. Pirmin Schwander anwesend und haben ihre Meinung zur Konferenz kund getan. Vor allem Reimann hat zum Thema „Für eine freie, selbst bestimmte Schweiz“ deutliche Worte im Bezug auf die Bilderberger Konferenz gefunden und solche Bestrebungen demokratische Prozesse zu unterhöhlen und eine Art „Schattenregierung“ zu bilden, deutlich verurteilt Musikalische Unterhaltung gab es durch die Polit-Pop Band „Die Bandbreite“, sowie Rapper Kilez More.

Der Samstag gestaltete sich ähnlich, wie die Tage zuvor. Es wurde demonstriert, Spruchbanner und Plakate präsentiert und auf der Wiese gegenüber dem Suvretta-House campiert. Im Laufe des Tages fanden sich einige Hundert Demonstranten ein und die allgemeine Stimmung war überaus gut. Vor Ort kamen überaus interessante Diskussionen zu Stande, da wirklich viele verschiedene Menschen mit den unterschiedlichsten Meinungen anwesend waren.
Mittags sollte in St. Moritz eine Demonstration der jungen Sozialisten- Schweiz statt finden. Allerdings hatten sich lediglich 15-20 „junge Sozialisten“ eingefunden. Im Vorfeld war unsere Bewegung als „Weltverschwörungsspinner“ dargestellt worden, weshalb man diese Veranstaltung boykottierte. Diese Leute haben es wohl immer noch nicht verstanden, dass Grabenkämpfe, Beschimpfungen und billige Polemik lediglich unseren Gegnern nutzen und völlig sinnlos sind. Vielleicht lernen sie es ja auch mal irgend wann…

Gegen Abend fanden sich die Meisten zur zweiten Gegenveranstaltung des Wochenendes ein. Gastreferenten waren diesmal Oliver Janich, Autor des Buches „Der Kapitalismus Komplott“ und Gründer der Partei der Vernunft, Jürgen Elsässer – Autor und Chefredakteur der Zeitschrift „Compact“ . In einer lockeren Runde diskutierten Beide über die Wahrheitsbewegung und natürlich die Bilderberger. Gerade Elsässer beeindruckte durch seine undogmatische Haltung gegenüber jeglichen politischen Ideologien.
Danach erzählte uns ein Aktivist von We are Change – New York und Alexander Benesch von infokrieg.tv etwas über ihre Arbeit. Wir werden versuchen uns ihre Worte zu Herzen zu nehmen und unsere Aktivitäten außerhalb des Internets deutlich zu verstärken.

Die Euphorie einiger Teilnehmer zur Berichterstattung der Mainstream-Medien gegenüber der Konferenz kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Zwar gab es im Schweizer Fernsehen und Zeitungen Berichte, die teilweise sogar kritisch waren, aber die deutsche Medienwelt hüllte sich wieder mal in Schweigen.
In keiner online Ausgabe der großen deutschen Tages- und Wochenblätter ist etwas über die Bilderberger zu lesen. Stern, Spiegel, FAZ, Welt, Zeit und sogar die TAZ verlieren nicht ein Wort über die Konferenz. Man muss sich das einfach mal vor Augen halten: Dort treffen sich 120 Schwergewichte aus Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft und es wird NICHTS darüber berichtet? Die offizielle Teilnehmerliste ließt sich wie das Who-is-Who der Weltelite und man schweigt sich völlig aus, dass sich diese Personen hinter verschlossener Tür treffen? Zumindest die Zeit hätte ja mal etwas darüber schreiben können, da laut offizieller Teilnehmerliste ihr Chef-Korrespondent für internationale Angelegenheiten Matthias Nass anwesend war. Wieso schweigt sich Herr Nass über die Konferenz aus? Hält er es nicht für nötig zumindest mal einen 3-Zeiler zu verfassen, um die Öffentlichkeit wenigstens von der Existenz dieser Konferenz in Kenntnis zu setzen?!

An der nicht-vorhandenen Berichterstattung der deutschen Medien kann man deutlich sehen, dass hier Methode hinter steckt. Bei jeder kleinen Filmpremiere, bei der 1,5 internationale „Stars“ anwesend sind, finden sich hunderte Fotografen und Journalisten ein. Aber nicht bei einer internationalen Konferenz der Strippenzieher der globalen Wirtschaft und Politik?
Unsere Aufgabe als Blogger und freie Journalisten wird dadurch nur noch deutlicher: Wo der Mainstream versagt , müssen wir einspringen. Wir müssen die Machenschaften dieser Leute aufdecken und der Öffentlichkeit mitteilen, was dort vor sich geht. Die etablierten Medienhäuser sind offensichtlich gekauft und werden von höherer Stelle zensiert.

Ein kleines Fazit
Für uns hat sich das verlängerte Wochenende auf jeden Fall gelohnt. Wir haben Menschen aus der ganzen Welt getroffen, die ebenso wie wir, gegen die Machenschaften der Weltelite demonstrieren wollten. Wir haben Kontakte geschlossen und Erfahrungen gemacht, die überaus wertvoll waren. Es trafen sich dort unterschiedlichste Menschen mit ganz verschiedenen Meinungen, die sich aber unter dem gleichen Banner vereinten, um für Demokratie, Transparenz und Freiheit einzutreten. Wir haben uns gut aufgehoben gefühlt und wollen die Erfahrungen dieses Wochenendes auf keinen Fall missen.

Daher geht unser Gruß an dieser Stelle an alle die dort waren, alle die mit uns im Regen saßen und gefroren haben oder in der Sonne geschwitzt. Alle die sich unsere Sicht der Dinge angehört haben und alle, die uns neue Aspekte aufgezeigt haben. Und vor allem diejenigen, mit denen wir bis tief in die Nacht bei dem einen oder anderen Bierchen zusammen saßen, um die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu diskutieren. Bleibt am Ball Leute! Denkt immer daran: Wenn nicht wir, wer dann? Wenn nicht jetzt, wann dann?

Kommentare
  1. realeyesrealizereallies sagt:

    Doch! EINE deutsch Zeitung hat berichtet!

    http://www.bild.de/politik/wirtschaft/gipfel/geheim-gipfel-zur-eurokrise-12779238.bild.html

    Am schönsten finde ich folgenden Satz:
    „Jetzt schaltet sich Bilderberg ein. Retten SIE am Wochenende den Euro?“

    • austark sagt:

      Einfach nur schrecklich der Gedanke, dass es sogar Menschen gibt, die glauben, dass die Bilderberger doch nur unser bestes wollen. Jetzt wo es so lange für Bilderberg schon einfach war, die Massenmedien nicht über sie berichten zu lassen, wird es für sie wohl (leider) auch nicht schwer werden, sich in den Massenmedien gut dastehen zu lassen. Hoffen wir einfach mal auf das nötige Denkvermögen unserer Mitmenschen. (Wenn ich mir so manch Jugendlichen heutzutage ansehe ist die Hoffnung jedoch leider schnell verflogen)
      MfG austark

  2. Toni Schuler sagt:

    Diese heimlischen treffen sind schon verdächtig zumal nichts in den deutschen Medien von deren Existens
    berichtet wird.Ganz zu schweigen von deren treffen und die Themen.Man sollte dies über Facebook verbreiten damit die Menschen über deren Existez und Machenschaften informiert werden .
    T. Schuli

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